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Sichtbarkeit der Planeten im Oktober

Merkur

Merkur bleibt im Oktober unbeobachtbar.

 

Venus

Venus verschwindet bereits bei Sonnenuntergang in der Abenddämmerung. Am 24.10. steht sie in unterer Konjunktion (eine Linie: Erde – Venus – Sonne) und ist damit diesen Monat unbeobachtbar.

 

Mars

Mars durchwandert am Morgenhimmel das Sternbild Krebs. Am 11. und 12.10. passiert er das Zentrum des Sternhaufens M44, der auch als Krippe oder Praesepe bekannt ist. Mit einer scheinbaren Helligkeit von knapp 1,0 mag überstrahlt er die dortigen Haufensterne bei Weitem. Mit bloßem Auge sind diese nur als blasse Wolke zu erkennen. Am besten beobachtet man die scheinbare Begegnung deshalb mit einem Fernglas oder Teleskop. Der Rote Planet geht am 1.10. um 01:06 Uhr MESZ auf. Bis zum 31.10. verfrüht sich sein Aufgang leicht auf 23:39 Uhr MEZ. Zum Monatsende hin erreicht Mars beim morgendlichen Beginn der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont) eine Höhe von stattlichen 55° über dem südlichen Horizont. Das Marsscheibchen ist Ende Oktober sieben Bogensekunden groß und zu 90% beleuchtet. Am Morgen des 5.10. steht der abnehmende Mond nur 28 Bogenminuten nördlich des Planeten, weniger als sein eigener Winkeldurchmesser. Am 30.10. tritt Mars in das benachbarte Sternbild Löwe über und nähert sich dem helleren Jupiter. Ihr gegenseitiger Abstand reduziert sich von knapp 18° am Monatsersten auf nur noch 6° Ende Oktober.

 

Jupiter

Jupiter ist ein Morgenplanet. Er zieht im Oktober durch den westlichen Teil des Sternbilds Löwe. Seine Aufgangszeiten verfrühen sich im Verlauf des Monats von 02:49 Uhr MESZ auf 00:16 Uhr MEZ. Zum Monatsende ist er damit fast sechs Stunden lang vor ausreichend dunklem Himmel zu sehen. Zu Beginn der Dämmerung erreicht er gut 50° Horizonthöhe. Der -1,9 mag helle Jupiter bietet damit wieder reichlich Gelegenheit zur Beobachtung. Der scheinbare Winkeldurchmesser seiner Scheibe erreicht zum Monatsende knapp 36 Bogensekunden. Aktuell befinden wir uns mitten in einer Serie von seltenen gegenseitigen Jupitermondereignissen. Diesen Monat stehen insbesondere zwei Verfinsterungen von Io, dem innersten der vier Galileischen Monde, durch Europa am 5. und 12.10. hervor sowie eine von Kallisto durch Ganymed am 29. Oktober. Die verfinsterten Monde verdunkeln sich dabei für wenige Minuten um mehr als eine Größenordnung, was visuell im Teleskop leicht wahrnehmbar ist. Die Saison der gegenseitigen Jupitermondereignisse erreicht zum Jahreswechsel 1226/27 ihren Höhepunkt. Am Morgen des 6.10. steht die abnehmende Mondsichel zu Dämmerungsbeginn gut 2° westlich des Gasriesen.

 

Saturn

Saturn erreicht seine Oppositionsstellung (eine Linie: Saturn – Erde – Sonne) am 4.10. im Sternbild Walfisch, direkt südlich des Tierkreissternbilds Fische. Er ist die gesamte Nacht zu sehen und kulminiert (höchster Stand im Süden) zur lokalen Mitternacht von der Mitte Deutschlands aus gesehen in einer Höhe von 42°. Seine maximale scheinbare Helligkeit erreicht 0,3 mag. Im Teleskop präsentiert er sich in diesem Jahr als 19,7 Bogensekunden großes Scheibchen. Wir sehen das Saturnsystem relativ äquatorzentriert. Das Ringsystem ist etwa 7,5° geöffnet und gut 45 Bogensekunden breit, wobei unser Blick auf die Südhemisphäre des Planeten fällt. Der Mond passiert Saturn am 24.10. nördlich, kommt dem Ringplaneten dabei jedoch nicht näher als 5°.

 

Uranus

Uranus nähert sich seiner Oppositionsstellung (eine Linie: Uranus – Erde – Sonne), die er Ende November erreichen wird. Wir finden ihn den gesamten Monat im „Goldenen Tor der Ekliptik“ zwischen den offenen Sternhaufen der Plejaden und den Hyaden. Mit 5,6 mag ist er unter dunklem Himmel zwar mit bloßem Auge sichtbar, aber nicht gerade auffällig. Immerhin helfen zahlreiche hellere Sterne bei der Aufsuche, einige sind Mitglieder der Hyaden. So finden wir Uranus zu Monatsbeginn genau auf der Verbindungslinie von 37 Tauri (4,4 mag hell) zu 50 Tauri (4,9 mag). Im Monatsverlauf bewegt sich der Planet langsam Richtung Westen. Im Teleskop erscheint Uranus als 3,8 Bogensekunden großes, grünliches Scheibchen.

 

Neptun

Neptun zieht langsam durch das Sternbild Fische. Der 7,8 mag helle Eisriese bewegt sich nach seiner Opposition im September (eine Linie: Sonne – Erde – Neptun) weiter rückläufig, also westwärts, über den Himmel. Man findet ihn westlich und leicht nach Süden versetzt zum hellen Saturn. Der gegenseitige Abstand der beiden Planeten schrumpft von rund 8° am Monatsanfang auf etwa 7° gegen Ende Oktober. Im Teleskop erscheint Neptun bei hoher Vergrößerung (etwa 200-fach) als 2,3 Bogensekunden kleines, blassblaues Scheibchen.

Quelle: SuW 10/2026