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Sichtbarkeit der Planeten im Mai

Merkur

Merkur erreicht am 14.5. die obere Konjunktion (eine Linie: Erde – Sonne – Merkur) und ist damit den längsten Teil des Monats unsichtbar. Ende Mai macht er sich jedoch in der Abenddämmerung bemerkbar. Etwa ab dem 25.5. kann man gegen 22 Uhr versuchen, ihn über dem Nordwesthorizont aufzuspüren – dort steht er allerdings nur vier bis fünf Grad hoch. Bis zum 31.5. verbessert sich seine Horizonthöhe auch spürbar. Am Monatsletzten steht er bei Ende der bürgerlichen Dämmerung um 22:02 Uhr (Sonne 6° unter dem Horizont) immerhin rund 7° über dem Horizont und leuchtet mit einer Helligkeit von etwas weniger als -0,6 mag. Es ist der Auftakt einer recht passablen Abendsichtbarkeit des innersten Planeten, die ihren Höhepunkt Mitte Juni zur größten östlichen Elongation erreichen wird (größter Winkelabstand von der Sonne).

 

Venus

Venus erreicht Mitte Mai den Höhepunkt ihrer derzeitigen Abendsichtbarkeit – obwohl sie ihre größte östliche Elongation (größter Winkelabstand von der Sonne) von 45,9° erst am 15.8. einnehmen wird. Das liegt daran, dass der Winkel zwischen ihrer Bahn und dem Horizont in den kommenden Monaten immer flacher wird. Venus steht also zunehmend tiefer, während die Sonne gleichzeitig immer langsamer hinter dem Horizont verschwindet. Ihre maximale Höhe am Abendhimmel von rund 17° gegen Ende der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont) erreicht sie daher bereits um den 15. Mai. Diese Höhe hält sie praktisch den gesamten Monat bei, genauso wir ihre scheinbare Helligkeit konstant bei etwa -3,9 mag liegt. Der scheinbare Durchmesser des Venusscheibchens wächst leicht, von anfänglich 12 Bogensekunden auf 13,3 Bogensekunden im Verlauf des Monats. Gleichzeitig nimmt ihre Lichtphase von 88 auf 79 Prozent ab. Am Abend des 18.5. steht die schmale Mondsichel des zunehmenden Mondes 4,5° nordwestlich der Venus.

 

Mars

Mars tut sich weiterhin schwer gegen die Morgendämmerung. Zu flach steht seine Bahn zum Osthorizont, zu schwach (1,3 mag) leuchtet der Planet. Am Morgen des 31.5. steht Mars um 04:34 Uhr – wenn die bürgerliche Dämmerung einsetzt – knapp 5° über dem Osthorizont.

 

Jupiter

Jupiter ist mit einer scheinbaren Helligkeit von -2,9 mag leuchtender Abendplanet, doch den Wettbewerb um den hellsten Himmelskörper nach Sonne und Mond hat er bereits zugunsten der Venus verloren. Im Lauf des Monats zieht sich der Gasriese außerdem unübersehbar vom Himmel zurück. Am 1.5., bei Beginn der Abenddämmerung, steht er noch deutlich mehr als 40° über dem Westhorizont und geht erst um 02:06 Uhr unter. Bei gleichem Sonnenstand halbiert sich seine Horizonthöhe allerdings bis zum Monatsletzten, während sich sein Untergang auf 00:27 Uhr des Folgetags verfrüht. Jupiter nähert sich im Verlauf des Monats der Venus an, mit der er am 9.6. eine enge Begegnung haben wird. Auch im Teleskop haben wir weiter Freude am Riesenplaneten, dessen scheinbarer Winkeldurchmesser Mitte Mai rund 34 Bogensekunden beträgt. Am 21.5. kommt es überdies zu einer von Deutschland aus beobachtbaren Verfinsterung des Jupitermonds Europa durch den an Jupiter näher liegenden Mond Io: Ab 22:33 Uhr wirft letzterer seinen Schatten auf Europa. Die Verfinsterung ist partiell und dauert etwa 15 Minuten; maximal 48 Prozent der Scheibe von Europa werden verdunkelt. Der zunehmende Mond begegnet Jupiter am Abend des 20.5.; er kommt dem Gasriesen dabei auf rund 3,5° in nordöstlicher Richtung nahe.

 

Saturn

Saturn zeigt sich ab der zweiten Maihälfte wieder deutlicher am Morgenhimmel. Der 0,9 mag helle Ringplanet erreicht am 31.5. um 04:34 Uhr zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont) eine Höhe von etwa 12° über dem östlichen Horizont. Der frühestmögliche Zeitpunkt für eine Sichtung ist möglicherweise der Morgen des 14.5., wenn Saturn zwar bei gleichem Sonnenstand erst 5° ober dem Horizont steht, mit dem 7° in östlicher Richtung stehenden Mond aber ein en gut sichtbaren Wegweiser hat.

 

Uranus

Uranus erreicht am 22.5. seine Konjunktion am (eine Linie: Erde – Sonne – Uranus) und ist unbeobachtbar.

 

Neptun

Neptun steht wenige Grad östlich von Saturn und erreicht zum Monatsende bei einsetzender Morgendämmerung Horizonthöhen von mehr als 10° - doch mit seiner scheinbaren Helligkeit von 7,9 mag bleibt er praktisch unbeobachtbar.

Quelle: SuW 5/2026