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Sichtbarkeit der Planeten im Dezember

Merkur

Merkur stand am 28.11. in größter westlicher Elongation zur Sonne (größter Winkelabstand von der Sonne) und kann im Dezember noch für gut zwei Wochen am Morgenhimmel gesichtet werden. Man findet ihn etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang im Südosten: Am 1.12. steht er dort bei Beginn der bürgerlichen Dämmerung (Sonne 6° unter dem Horizont gegen 07:20 Uhr) ungefähr 10° hoch, bis zum 14.12. sinkt diese Höhe auf unter 5°. Seine Helligkeit liegt während dieses Zeitraums recht konstant bei -0,6 mag. Bei ruhiger Luft können Teleskopbeobachter verfolgen, wie das von 6,3 auf unter 5 Bogensekunden schrumpfende Merkurscheinchen einen immer größeren Teil seiner beleuchteten Oberfläche zur Erde wendet. Merkur ist aus Sicht der Erde auf dem Weg hinter die Sonne.

 

Venus

Venus entwickelt sich im Dezember zum Abendstern. Wenn gegen 17:00 Uhr die bürgerliche Dämmerung endet, finden wir unsere Nachbarin im Sonnensystem am 1.12. etwa 6°, am Monatsletzten bereits rund 15° über dem Südwesthorizont. Sie ist nach dem Mond das hellste Objekt des Nachthimmels, ihre scheinbare Helligkeit überschreitet am 23.12. die Marke von -4,0 mag. Noch bis in den Mai hinein wird sie am Abendhimmel leuchten, wobei sie ihren größten Glanz mit -4,7 mag Ende April kommenden Jahres erreichen wird. Im Teleskop wächst das Venusscheibchen im Dezember leicht von 11,6 auf 13,0 Bogensekunden, der Beleuchtungsgrad sinkt von 89% auf 82%. Am 11.12. kommt die Venus dem Saturn auf etwa 1,9° nah und am Monatsende dem Mond.

Mars

Mars wandert Anfang Dezember vom Sternbild Jungfrau in die Waage. Man findet ihn am Morgenhimmel, wo er bei Beginn der bürgerlichen Dämmerung recht konstant 17° über dem Südosthorizont steht. Dies liegt an seiner schnellen Bewegung in östliche Richtung, die auch bewirkt, dass sich seine Aufgangszeiten im gesamten Monat kaum ändern und stets bei 05:00 Uhr liegen. Mars erschein 1,6 mag hell, sein Planetenscheibchen wächst bis zum Monatsende von 3,9 auf 4,3 Bogensekunden. Am 12.12. kommt es zu einer engen Begegnung (16 Bogenminuten) mit dem 2,7 mag hellen Stern Alpha Librae. Am Morgen des 23.12. passiert der abnehmende Mond Mars etwa 3° nordöstlich.

 

Jupiter

Jupiter steht am 27.12. in Konjunktion mit der Sonne (eine Linie: Erde – Sonne – Jupiter). Er kann am Monatsbeginn währen der Abenddämmerung noch sehr tief am Südwesthorizont aufgespürt werden. Eine sinnvolle Beobachtung ist jedoch nicht mehr möglich.

 

Saturn

Saturn ist zu Monatsbeginn ab Ende der Abenddämmerung noch für etwa eine Stunde tief am Südwesthimmel zu sehen. Der 0,6 mag helle Ringplanet geht am 1.12. um 19:05 Uhr, am Monatsletzten schon um 18:18 Uhr unter. Zum Monatsende entschwindet Saturn in der Dämmerung. Am 11.12. kommt es zu einer sehenswerten Begegnung mit der hellen Venus.

 

Uranus

Uranus, 5,8 mag hell im Sternbild Widder, wird im Laufe des Dezembers vom Objekt (fast) der ganzen Nacht zum Planeten der ersten Nachthälfte. Am 1.12. kulminiert er (höchster Stand im Süden) um 21:43 Uhr und geht um 04:49 Uhr unter, diese Zeiten verfrühen sich bis zum Monatsletzten auf 19:43 beziehungsweise 02:48 Uhr. Man findet ihn im Teleskop oder Fernglas im südwestlichen Winkel des Widders in einer sternarmen Himmelsgegend, etwa 8° südlich des 2,6 mag hellen Sterns Beta Arietis. Im Teleskop sieht man bei hoher Vergrößerung ab etwa 200-fach ein 3,7 Bogensekunden großes, blassgrünes Scheibchen. Um seine hellsten Monde Titania (13,9 mag) und Oberon (14,1 mag) erkennen zu können, braucht man schon ein Teleskop ab etwa 200 mm Öffnung und ruhige Luft.

 

Neptun

Neptun steht 7,9 mag hell im Sternbild Wassermann, etwa auf der Verbindungslinie der Sterne Lambda und Phi Aquarii. Seine Kulminationszeiten verfrühen sich von 18:49 Uhr am Monatsersten auf 16:52 Uhr zum Jahresende. Seine Untergänge variieren entsprechend von 00:20 Uhr auf 22:24 Uhr. Teleskopbeobachter können versuchen, in der Umgebung seiner 2,3 Bogensekunden großen bläulichen Planetenscheibe nach seinem größten Mond Triton Ausschau zu halten. Triton ist mit einer scheinbaren Helligkeit von 14 mag in der Reichweite mittelgroßer Teleskope und steht zwischen 10 und 18 Bogensekunden neben dem Planeten.

Quelle: SuW 12/2019