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Sichtbarkeit der Planeten im August

Merkur

Merkur zeigt sich in der ersten Monatshälfte am Morgenhimmel. – zum ersten Mal in diesem Jahr! Er macht es seinen Beobachtern aber nicht leicht: Zum Zeitpunkt seiner größten westlichen Elongation (größter Winkelabstand von der Sonne) am 2.8., erreicht er nur eine Höhe von 7°, wenn die Sonne um 05:12 Uhr 6° unter dem Horizont steht und die bürgerliche Dämmerung beginnt. Das und seine moderate scheinbare Helligkeit von 0,2 mag machen es schwierig, den flinken Planeten aufzuspüren. Im Lauf der folgenden Tage wandert Merkur vom Sternbild Zwillinge in den Krebs. Seine Helligkeit nimmt zwar zu, doch die Höhe über dem Horizont nimmt gleichzeitig wieder ab. Am 11. August begegnet die schmale, abnehmende Mondsichel dem Merkur. Sie zieht nordwestlich des Planeten vorbei, hält mit rund 5° aber einen deutlichen Abstand.

 

Venus

Venus ist seit Februar am Abendhimmel zu sehen und erreicht am 15.8. ihre größte östliche Elongation (größter Winkelabstand von der Sonne). Stolze 45,9° trennen sie an diesem Tag von der Sonne. Und doch ist ihre beste Zeit längst vorbei, denn ihre Bahn steht viel zu flach zum Westhorizont. Um 21:15 Uhr, wenn die Sonne 6° unter den Horizont gesunken ist und die bürgerliche Dämmerung endet, positioniert sich Venus nicht einmal 6° über diesem. Da hilft auch ihre enorme scheinbare Helligkeit von -4,4 mag nicht allzu viel: Venus verschwindet rasch in der Abenddämmerung im Sternbild Jungfrau. Am Abend des 15. und des 16. August passiert zudem die zunehmende Mondsichel die Venus – allerdings in südlicher Richtung und damit noch tiefer am Horizont.

 

Mars

Mars tritt Mitte August vom Sternbild Stier in die Zwillinge über und gewinnt am Morgenhimmel an Boden. Am Monatsersten geht er um 02:03 Uhr auf, am 31.8. etwa eine halbe Stunde früher. Gegen Ende des Monats klettert er dank seiner steil zum Horizont stehenden Bahn zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung auf eine Höhe von mehr als 35° über dem Osthorizont. Seine scheinbare Helligkeit liegt im gesamten Monat nahezu konstant bei 1,3 mag. Das macht ihn in der zweiten Augusthälfte zum zweithellsten Objekt in den Zwillingen, knapp vor deren Hauptsternen Kastor (1,5 mag), aber hinter Pollux (1,1 mag). Für Fernrohrbeobachter hat Mars mit unter 5 Bogensekunden Winkeldurchmesser nur wenig zu bieten. Der Mond passiert den Roten Planeten am 9.8. in nördlicher Richtung, dann noch im Sternbild Stier.

 

Jupiter

Jupiter stand am 29.7. in Konjunktion (eine Linie: Erde – Sonne – Jupiter), doch er verschwendet keine Zeit und taucht ab der zweiten Augusthälfte wieder auf der Himmelsbühne auf: Ein erstes Lebenszeichen ist seine enge Begegnung mit Merkur am 15. August. Anschließend entfernt er sich rasch von der Sonne und positioniert sich am Monatsende vor Beginn der Dämmerung mit -1,8 mag unübersehbar im Sternbild Krebs über dem Osthorizont. Am 31.8. geht Jupiter um 04:16 Uhr auf, rund zwei Stunden vor der Sonne. Zu Beginn der bürgerlichen Dämmerung, um 06:00 Uhr, steigt er bereits auf eine Höhe von 15°.

 

Saturn

Saturn wandert im August rückläufig, also westwärts, mit dem Sternbild Fische. Bis Ende des Monats entwickelt er sich vom Objekt der zweiten Nachthälfte zum Planeten der (beinahe) gesamten Nacht. Am 1.8. geht der Ringplanet um 23:17 Uhr auf, am 31.8. genau zwei Stunden früher. Zum Monatsende kulminiert er (höchster Stand im Süden) um 03:38 Uhr in einer Höhe von 43° und positioniert sich zu Beginn der Morgendämmerung bereits auf dem absteigenden Ast seines Himmelsbogens im Südwesten. Seine scheinbare Helligkeit beträgt 0,5 mag. Im Teleskop zeigt die Saturnscheibe einen Durchmesser von etwa 19 Bogensekunden; sein Ringsystem ist zu 8,5° geöffnet. Der Mond begegnet Saturn am 4. und am 31.8 und passiert den Gasriesen in beiden Fällen nördlich.

 

Uranus

Uranus befindet sich im Sternbild Stier zwischen den beiden offenen Sternhaufen der Plejaden und Hyaden; seine Entfernung zu beiden beträgt etwas mehr als 6°. Der bloß 5,8 mag helle Planet geht am 1.8. um 01:02 Uhr auf, am Monatsletzten schon um 23:02 Uhr. Damit bleiben gegen Ende des Monats bereits mehr als vier Stunden, um den Planeten bei ausreichender Höhe unter dunklem Himmel beobachten zu können. Im Teleskop erscheint Uranus bei hoher Vergrößerung als blassgrübe Scheibe mit einem Durchmesser von 3,6 Bogensekunden.

 

Neptun

Neptun nähert sich seiner Opposition (eine Linie: Sonne – Erde – Neptun), die er Ende September im Sternbild Fische erreichen wird. Mit optischer Hilfe findet man den lediglich 7,8 mag hellen Planeten etwa 10° westlich von Saturn oder knapp 9° nördlich des 3,6 mag hellen Sterns Jota Ceti in benachbarten Sternbild Walfisch. Auch Neptun bewegt sich rückläufig, ändert seine Position jedoch von Nacht zu Nacht nur geringfügig. Im Fernrohr erkennt man bei hoher Vergrößerung eine bläuliche Scheibe von etwa 2,4 Bogensekunden Durchmesser.

Quelle: SuW 8/2026